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Der Sinn von Krisenintervention und Notfallseelsorge
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Oft werden Krisenhelfer vom Notarzt informiert.
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Immer wieder werden wir gefragt: Was ist eigentlich Krisenintervention – und
wozu braucht man das überhaupt?
Von einer „Krise“ spricht ein Psychologe dann, wenn Ereignis (ein schlimmer
Unfall o.ä.) die normalen Verarbeitungsmechanismen eines Menschen überwältigt.
Erwiesen ist: Menschen, die in und nach Krisensituationen nicht fachgerecht
betreut werden, können definitiv Spätschäden erleiden. Diese Probleme werden
unter den Fachbegriff PTSD (Post Traumatic Stress Disorder – Posttraumatische
Belastungsstörung) eingeordnet – PTSD ist ein anerkanntes Krankheitsbild. Wer
also mit bestimmten Situationen nicht fertig wird, ist beileibe kein
„Schwächling“, sondern leidet an PTSD. Um solche Fälle zu vermeiden, ist
psychische erste Hilfe nötig. Sie ist genauso wichtig, wie die im medizinischen
Bereich – und sie kann sogar ebenfalls Leben retten. Fachleute wie Dr. Hartmut
Jatzko – Internist und Psychiater an der Uni Kaiserslautern – haben die
Auswirkungen von Katastrophen (prominentes Beispiel: das Unglück beim
Flugtag von Ramstein) erforscht und folgendes festgestellt:

Häufig muß das NKT nach einem Selbstmord Angehörige betreuen.
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Wenn man Menschen 24 bis 48 Stunden nach einem einschneidenden Ereignis ein
erstes qualifiziertes betreuendes Gespräch anbietet, hilft das, PTSD und
damit mögliche Spätschäden zu vermeiden. Es sorgt dafür, dass das Erlebte
verarbeitet werden kann und nicht ins Unterbewusstsein verdrängt wird.
Derjenige, der dieses Gespräch führt, muss nicht einmal Psychologe oder
Psychiater sein - ein sensibler Mensch, der weiß, was er tut, reicht
vollkommen aus.
Auslösefaktoren für PTSD sind:
- plötzliche oder tragische Unglücksfälle (unerwarteter Tod)
- grauenhafte Bilder (Ramstein, Überlingen)
- Krieg, (Natur-)katastrophe (Kosovo-, Golfkrieg/Erdbeben)
- Ernsthafte Bedrohung (Unfall, Folter, Vergewaltigung)
- Konfrontation mit dem Tod (unverletzt Unglück überstanden)
- persönliche Betroffenheit (Angehöriger gestorben)
- Unfälle mit Kindern (nicht nur für Eltern)
Auch nicht direkt von einem Unglück betroffene Personen können Opfer einer
Belastungsstörung werden. Beispiel:
- Freiwillige Helfer nach dem ICE-Unglück von Eschede
- Journalisten nach der Tsunami-Katastrophe in Asien
Nach einem großen Wohnhausbrand in Stuttgart mit 10 Toten wurden im Rahmen
einer Studie die Helfer befragt. Heraus kam: Feuerwehrleute haben den Beruf
gewechselt, bei Polizeibeamten ist die Scheidungsrate gestiegen, ein Notarzt
ist aus seiner Altbauwohnung ausgezogen…
Mögliche Spätfolgen von PTSD:
- Alpträume
- Nachhall-Erinnerungen, Flashbacks
- Schlafstörungen
- Desorientiertheit
- Schuldgefühle
- Persönlichkeitsstörungen
- Angstzustände
- Ehescheidung
- Suizidgefahr
Übrigens: Das Krankheitsbild „PTSD“ ist keine neue Erfindung – es wurde eben
nur erst vor einigen Jahren erkannt. Die ersten Beispiele stammen aus dem 1.
Weltkrieg. Krisenintervention gab es noch nicht. Zitterkrämpfe und Angstattacken
wurden damals zumeist als Feigheit vor dem Feind bestraft. Sprich: Die
Betroffenen wurden erschossen.
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