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2000: Notfall-Krisen-Team steigerte Einsätze um 60 Prozent
Helfer wurden im letzten Jahr 87 mal gerufen - Wechsel im Vorstand

Das Notfall-Krisen-Team hat sich im vergangenen Jahr weiter vergrößert und die Zahl seiner Einsätze erneut gesteigert - 87 Mal waren die ehrenamtlichen Helfer des Vereins im vergangenen Jahr in ganz Mittelbaden im Einsatz. Dies bedeutet eine Steigerung von mehr als 60 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so Doris Metzinger, die Vorsitzende der Bühler Hilfsorganisation auf der Jahreshauptversammlung des Vereins. Besonders häufig wurden die Krisenhelfer alarmiert, um den Angehörigen von plötzlich Verstorbenen zu beizustehen oder um gemeinsam mit der Polizei die Nachricht vom Tod eines Familienmitglieds zu überbringen - insgesamt war dies 43 mal der Fall, davon 14 mal nach Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang. 17 Einsätze hatten mit Selbstmord oder Selbstmordversuchen zu tun; 21 mal rückte das kostenlos arbeitende Krisen-Team nach erfolglosen Reanimationen (Wiederbelebungen) aus, um Familienmitgliedern psychischen Beistand zu leisten. Auch nachts wird das NKT häufiger alarmiert - 30 Einsätze fanden zwischen 22 und 6 Uhr statt. 23 mal wurden die Helfer in die Region Bühl gerufen, 14 mal nach Achern, 27 mal nach Rastatt; 18 Einsätze gab es im Raum Baden-Baden und fünf in Gaggenau. Besonders tragisch waren die Einsätze nach dem tödlichen Absturz eines Schülers am Battertfelsen und beim Großbrand in Gaggenau kurz vor Weihnachten. Hier waren jeweils mehrere NKT-Teams vor Ort. Einen weiteren Großeinsatz hatten die ehrenamtlichen Helfer des medizinisch-psychologischen Notdienstes bei der Ankunft der Kosovo-Flüchtlinge auf dem Baden Airpark in Zusammenarbeit mit DRK und Polizei. Während der Ankunft der insgesamt sechs Maschinen waren immer etwa acht Helfer präsent, unter ihnen zwei serbisch- und albanischsprachige Dolmetscher, bei denen sich Metzinger ausdrücklich für ihr großes Engagement bedankte. Im Durchschnitt würden die Helfer des Vereins jetzt fast zweimal pro Woche von der Bühler Rettungsleitstelle angefordert, sagte die NKT-Vorsitzende.

Als Gäste konnte das NKT Bürgermeister Hubert Schnurr, Bernd Binswanger vom DRK Bühl und Norbert Donath vom Bühler Polizeirevier willkommen heißen. Hubert Schnurr bedankte sich im Namen der Stadt Bühl für die gute Zusammenarbeit mit Feuerwehr, DRK und Polizei und sagte dem Verein weiterhin die Unterstützung der Stadt zu. Für Bernd Binswanger vom Roten Kreuz ist das NKT aus Mittelbaden inzwischen nicht mehr wegzudenken: "Sie leisten hier Arbeit auf einem Gebiet, das jahrelang brach lag", sagte er und bedankte sich auch für die Unterstützung in Sachen Fortbildung. Nobert Donath von der Polizei sagte dem Verein zu, daß auch die nächsten NKT-Lehrgänge in den Schulungsräumen des Bühler Reviers abgehalten werden können.

In einem Überblick auf die Aktionen des vergangenen Jahres wies NKT-Vorstandsmitglied Stefan Troendle auf das fünfjährige Bestehen des Vereins im kommenden Herbst hin.

NKT-Chefin Doris Metzinger erinnerte daran, daß im letzten Jahr erstmals zwei Lehrgänge durchgeführt wurden, an denen so viele Helfer wie noch nie teilgenommen hätten. Ein weiterer Lehrgang unter der Leitung des NKT-Ausbilders Diplom-Psychologe Christian Mölbert sei vor einer Woche erfolgreich abgeschlossen worden. Metzinger begrüßte Ingrid Bechtold, Silke Fritz, Marliese Mayer-Götz, Irmgard Müller, Wolfram Hildenbrand, M. Felicitas Jüngert, Christian Schiff, Carola Schmidt und Walburga Wieland als neue aktive Helfer. Sie waren während der vergangenen fünf Monate auf die Betreuung der Angehörigen von Unfallopfern und Notfallpatienten vorbereitet worden. Nach Metzingers Angaben ist durch die "Neuen" jetzt fast die Hälfte der insgesamt 106 Mitglieder im Verein aktiv engagiert, inzwischen stehen 41 Helfer regelmäßig auf dem Bereitschaftsdienstplan - damit ist der erste Kriseninterventionsdienst Baden-Württembergs vermutlich auch bundesweit einer der größten Vereine dieser Art.

Einen personellen Wechsel gibt es im Vorstand des Vereins, der nun eine rein weibliche Führungsspitze hat. Anstelle von Michael Liebmann wird künftig Inge Morassi aus Gaggenau als zweite Vorsitzende für das NKT tätig sein, sie wurde mit großer Mehrheit für die nächsten drei Jahre gewählt - ebenso wie Vorstand Stefan Troendle, der in seinem Amt als Pressesprecher für die nächsten drei Jahre bestätigt wurde. Die finanzielle Situation des Notfall-Krisen-Teams stellte Kassenführer Bernd Adam in seinem Überblick als sehr positiv dar. Er und der Vorstand wurden einstimmig entlastet. Der Beirat des NKT wurde ebenfalls neu gewählt. Ihm gehören nun Diplom-Psychologe Christian Mölbert, Pfarrer Berthold Frietsch (kath.), Pfarrer Günter Bielfeldt (ev.), Rechtsanwalt Gert Lingl, Elke Karcher-Rüprich, Rosemarie Becker und Horst Hönig an.

© Notfall-Krisen-Team 2006