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1999: Notfall-Krisen-Team begrüßt 100. Mitglied
Helfer waren im letzten Jahr 54 mal im Einsatz - Bühler OB Striebel sagt Unterstützung zu

Das Notfall-Krisen-Team wird immer größer und wird immer häufiger gerufen - 54 Mal waren die Helfer des Vereins im vergangenen Jahr in ganz Mittelbaden im Einsatz. Wie Doris Metzinger, die Vorsitzende der Bühler Hilfsorganisation, auf der Jahreshauptversammlung berichtete, bedeutet dies eine Steigerung von mehr als 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Besonders häufig wurden die Krisenhelfer alarmiert, um den Angehörigen von plötzlich Verstorbenen zu beizustehen oder um gemeinsam mit der Polizei die Nachricht vom Tod eines Familienmitglieds zu überbringen - insgesamt war dies elf Mal der Fall, davon fünf Mal nach Verkehrsunfällen mit tödlichem Ausgang. 19 Einsätze hatten mit Selbstmord oder Selbstmordversuchen zu tun; sieben mal rückte das Krisen-Team nach erfolglosen Reanimationen (Wiederbelebungen) aus, um Familienmitgliedern psychischen Beistand zu leisten. Auch nachts wird das NKT alarmiert - 14 Einsätze fanden zwischen 22 und 6 Uhr statt. Besonders tragisch waren die Einsätze nach dem Flugzeugabsturz bei Hundseck und nach einer Explosion in einer Gernsbacher Firma. Ihren ersten Großeinsatz hatten die ehrenamtlichen Helfer des medizinisch-psychologischen Notdienstes beim "Start ins Wildall" von SWR3 auf dem Baden Airpark. Während des dreitägigen Open-Air-Konzerts im vergangenen August waren dort 18 NKT-Helfer nonstop präsent. Doris Metzinger lobte die immer enger werdende Zusammenarbeit mit Polizei und Rettungsdienst. In der Zwischenzeit würden die Helfer immer häufiger von der Bühler Rettungsleitstelle angefordert, sagte die NKT-Vorsitzende, im Durchschnitt mehr als einmal pro Woche.

Als Gäste konnte das NKT Oberbürgermeister Hans Striebel, Notarzt Dr. Tamino Trübenbach und Norbert Donath vom Bühler Polizeirevier willkommen heißen. OB Striebel sagte, es spreche für die Arbeit des Vereins, daß diese von den anderen Hilfsorganisationen akzeptiert werde. "Das NKT hat sich die Anerkennung der Stadt und der Region verdient", so Striebel, "großartig, daß es das gibt." Der Bühler OB sagte dem Verein die Unterstützung der Stadt zu. Auch Dr. Trübenbach äußerte sich lobend über die Arbeit der ehrenamtlichen Helfer, die die Hilfe des Rettungsdienstes sinnvoll ergänzten. Nobert Donath von der Polizei versprach, sich dafür einzusetzen, daß auch der nächste NKT-Lehrgang im Sommer in den Schulungsräumen des Bühler Reviers abgehalten werden könne.

In einem Überblick auf die Aktionen des vergangenen Jahres wies NKT-Vorstandsmitglied Stefan Troendle darauf hin, daß das generelle Interesse am Thema "Notfallseelsorge" seit der ICE-Katastrophe in Eschede wesentlich gestiegen sei. Das habe man auch an den zahlreichen Informationsveranstaltungen des Vereins (unter anderem beim Tag der offenen Tür am Bühler Krankenhaus) erkannt. Das Notfall-Krisen-Team habe deshalb im letzten Jahr zwei Lehrgänge durchgeführt, an denen so viele Helfer wie noch nie teilgenommen hätten. "Ohne unseren Diplom-Psychologen Christian Mölbert wäre das nicht möglich gewesen", lobte Doris Metzinger die Arbeit des NKT-Ausbilders und dankte ihm im Namen des Vereins für sein großes und zeitaufwendiges ehrenamtliches Engagement. Nach Metzingers Angaben hat der Verein inzwischen 35 aktive Helfer; auf der Hauptversammlung konnte mit Angelika Sauer aus Bühl das 100. NKT-Mitglied begrüßt werden. Die finanzielle Situation des Notfall-Krisen-Teams ist sehr gut. Im letzten Jahr habe man nach Abzug der Unkosten ein Plus von rund 3500,- DM durch Spenden und Mitgliedsbeiträge eingenommen, sagte Kassenführer Bernd Adam. Ein Teil dieses Geldes soll nun dafür verwendet werden, um den aktiven Helfern Dienstjacken zu kaufen. Bernd Adam gab einen sehr positiven Blick über die Lage des Vereins. Er und der Vorstand wurden einstimmig entlastet, Adam selbst wurde für drei Jahre als Kassenführer wiedergewählt. Der Beirat des NKT wurde ebenfalls neu gewählt. Ihm gehören nun Diplom-Psychologe Christian Mölbert, Psychotherapeutin Angela Glatzel, Pfarrer Berthold Frietsch (kath.), Pfarrer Günter Bielfeldt (ev.), Rechtsanwalt Gert Lingl, Elke Karcher-Rüprich und Franz Zink an.

© Notfall-Krisen-Team 2006